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Es geschah in einem Gesprächskreis mit Cacique Isaka Huni Kuin. Der junge indigene Anführer aus dem Amazonas war nach Deutschland gereist und saß im Kreis mit Menschen, die sich für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf das Leben der indigenen Völker interessierten. Für die meisten Teilnehmenden war es das erste Mal, dass sie einem indigenen Menschen begegneten. Cacique Isaka Huni Kuin war gemäß seiner Rolle als politischer Anführer und Schamane seines Dorfes gekleidet – mit traditionellem Gewand, das mit heiligen Symbolen verziert war, handgefertigtem Schmuck aus Naturgegenständen und einem imposanten Kopfschmuck aus langen Federn.


Eine besondere Atmosphäre lag im Raum. Da war er als Repräsentant der indigenen Völker Brasiliens und auch als menschlicher Vertreter des mystischen Amazonas-Regenwaldes, der Lunge unserer Welt. Und da waren wir, die Menschen aus Deutschland, die gemeinsam mit ihm in einem Kreis saßen und von Angesicht zu Angesicht miteinander sprachen. Über so viele Themen sprachen wir – über die indigene Lebensweise im Amazonas, über Umweltzerstörung, über die Beziehung zur Natur. Da stellte ein Teilnehmender die Frage: „Was unterscheidet eigentlich Indigene von Nicht-Indigenen? Ab wann gilt jemand als indigen? Wo liegt die Grenze?“


Es ist eine derjenigen Fragen, die sich oft ergeben, wenn man über die Beziehung zur Natur und die Verantwortung des Menschen darin reflektiert. Je nach Kultur und Hintergrund gibt es ganz unterschiedliche Antworten auf diese Frage.


Cacique Isaka Huni Kuin atmete tief aus, bevor er zu einer Antwort ansetzte. Er begann eine alte Mythe seines Volkes zu erzählen, eine uralte Geschichte aus langer Vorzeit, die über unzählige Generationen hinweg in der Kultur der Huni Kuin weitergegeben worden war. „Ich weiß, dass es euch schwerfällt zu glauben, dass all das echt passiert ist. Aber wir haben eine andere Geschichtsschreibung als ihr. Und das ist unsere Geschichte.“ Und er erzählte von einem Land vor langer, langer Zeit, in dem alle Menschen zusammen lebten. An diesem Land floss ein Fluss entlang, ein großer breiter Strom, den man nicht überqueren konnte. Da kam ein großes Krokodil – und es muss ein wirklich sehr großes Krokodil gewesen sein – und bot sich den Menschen als lebendige Brücke an. Es legte sich quer über den Fluss, von einem Ufer bis zum anderen, und erlaubte den Menschen, über es hinüber zur anderen Seite des Flusses zu laufen. Als Dankeschön verlangte es nur ein Stück Fleisch, welches die Menschen bei ihrer Passage ihm unaufgefordert zuwerfen sollten. Und so geschah es. Tagein tagaus liefen die Menschen über die Brücke des Krokodils hin und her und erhielten dadurch Zugang zum Land jenseits des Flusses. Und jedesmal warfen sie ihm als Dank ein Stück Fleisch zu, so wie es vereinbart worden war.


Lange Zeit hielt diese Brücke und diese Vereinbarung. Sie war ein Gewinn für alle.

Doch eines Tages ging ein Mensch über die Brücke und dachte sich: „Das Krokodil merkt doch eh nicht, was ich ihm da hinwerfe.“ Und statt eines Stückes Fleisch warf er dem Krokodil einen großen Stein zu. Doch das Krokodil bemerkte den Unterschied natürlich. Es war so erbost über den Bruch der Vereinbarung, dass es diesem Menschen und all seinen Nachfahren fortan verbot, über seine Brücke zu gehen. Und so wurden dieser Mensch und seine Nachfahren zu den „Steinmenschen“, und sie verloren den Zugang zu diesem besonderen Land jenseits des großen Flusses.


„Und diese Steinmenschen – das seid ihr Nicht-Indigene“, schloss Cacique Isaka Huni Kuin seine Erzählung. Stille lag im Raum. Wie so oft bei solchen alten Mythen haben diese Geschichten eine ganz besondere Wirkung auf Menschen. Jeder hat seine eigenen Gedanken dazu, die in der Stille nachhallen.


Was bei mir nachhallte, waren der Bruch der Vereinbarung und die vermeintliche Überlegenheit, dass man selbst über dem Gesetz stand. Je mehr ich über diese Geschichte nachdenke, desto deutlicher kann ich genau das als einen wesentlichen Unterschied zwischen indigenen Kulturen und unserer industrialisierten Welt erkennen: Wir glauben nicht mehr an Vereinbarungen mit der Natur. Wir glauben nicht mehr an Tabus, die nicht gebrochen werden dürfen, komme was wolle. Wir glauben nicht mehr an Sachen, die heilig sind und unantastbar.


Alles in unserer industrialisierten Welt ist antastbar geworden – selbst die Würde des Menschen, die in unserem Grundgesetz steht. Wir glauben nicht, dass es relevante Konsequenzen hat, wenn wir die Natur ausbeuten. Wir erkennen keine Verpflichtungen, unaufgefordert eine angemessene Gegenleistung anzubieten. Wir glauben, das was die Natur uns bietet, dürfen wir ohne Ausgleich nutzen. Wir glauben, für dieses vermeintliche Nutzungsrecht gibt es keine Grenzen. Wir glauben, freiwillig einen Ausgleich zu leisten sei dumm und würde einen nur benachteiligen in diesem andauernden Wettrennen, in dem wir uns befinden. Wir glauben, wer dem Krokodil echtes Fleisch hinwirft, auch wenn man es mit einem Stein täuschen könnte, sei selbst schuld, wenn er zu kurz kommt.


Besser kann man die Vorgehensweise großer Konzerne in den empfindlichen Ökosystemen unserer Welt kaum auf den Punkt bringen. Warum sollte man freiwillig aufhören, wenn man doch weiter Ressourcen scheffeln kann? Warum sollte man teilen, wenn man doch alles für sich behalten kann? Warum sollte man Tabus einhalten, wenn das Brechen davon einem doch einen Wettbewerbsvorteil verschafft?


Sei die Mythe noch so alt und so schier unglaublich für uns, als dass wir sie für wahr halten, trifft sie doch sehr genau den Punkt, der indigene Traditionen ganz wesentlich von unserer industriellen Vorgehensweise unterscheidet: der Respekt vor der Heiligkeit, vor der Unantastbarkeit, vor Tabus. Das Anerkennen, dass es Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten, auch wenn uns die Auswirkungen davon aus unserer kleinen menschlichen Perspektive nicht ersichtlich sind. Das zu lernen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg aus der Klimakrise. Nicht alles machen, nur weil man es kann. Sondern bestimmte rote Linien einfach nicht zu überschreiten, aus Respekt vor der Natur, Respekt vor den Mitmenschen, Respekt vor unseren Mitlebewesen auf diesem Planeten. Wenn wir das lernen und diesen Respekt entwickeln, bekommen wir eines Tages vielleicht wieder Zugang zu dem Land jenseits des großen Flusses – wer weiß das schon.





 
 

Wusstest du, dass in Deutschland 70% allen Mülls recycelt wird? Aber wie funktioniert Recycling überhaupt und wie viel bringt es wirklich? Was ist Upcycling und wie mach ich das? All das klären wir heute zusammen.

 

Wie funktioniert Recycling?

Wenn du deinen Müll richtig trennst, dann hast du schon fast recycelt. Du lässt ihn von der Müllabfuhr abholen und die übernehmen dann den Rest. Zuerst wird alles Zerkleinert. Wichtig ist, dass wirklich nur eine Art von Rohstoff verarbeitet wird. Also ja, wir müssen auch die Pappe vom Joghurtbecher abtrennen. Nachdem alles eine Rohstoffpampe ist, kann es eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden. Dieses Prinzip wiederholt sich je nach Stoff immer wieder.

 

Bringt Recyceln wirklich was?

Die einfache Antwort ist: Ja! Da die Rohstoffe nicht immer wieder neu abgebaut und importiert  werden müssen, spart man, je nachdem was recycelt wird, 60-70% der Energie. Bei Metall sind es sogar 95%. Es macht also einen großen Unterschied, wie oft wir Dinge wiederverwenden. Ich habe da zwar noch nie drauf geachtet, aber Produkte, die recycelbar sind, werden mit einem grünen Punkt gekennzeichnet.

Nicht recycelbare Produkte werden oft zu Heiz- und Stromzwecken verbrannt.

 

Kann man auch selber recyceln? 

Theoretisch schon, aber das überlässt man lieber den Profis. Was du aber tun kannst, ist Upcycling. Beim Upcycling macht man aus alten Sachen, die man nicht mehr braucht oder mag, Neue. Ich hab mir mal ein paar Beispiele rausgesucht, die ich euch gerne vorstellen will.

 

Ideen für Näher: 

 

●       Taschen aus Hosen oder T-Shirts nähen

●       Hosen mit anderen Stoffen verlängern und besonders machen

●       Decken aus Jeansstoff

●       Das versteckte Potenzial aus Tops und T-Shirts holen, indem Du den Schnitt veränderst

●       Kleidung die du nicht mehr magst, kannst du besticken und sie so neu aufpeppen

 

Ideen für Nicht-Näher

 

●       (Bemalte) Gläser zum Einwecken, als Vase oder hängenden Blumentopf verwenden.

●       Pinnwand aus Korken

●       T-Shirts nur durch Schneiden verändern

●       Dosen bemalen und als Stifte- oder Kerzenhalter verwenden

●       Aus Obstkisten Möbel bauen (Katzenbett, Regal,Schränke…)

●       Mosaik auf langweilige Möbel klatschen

 

Es gibt auch noch so viel mehr und vielleicht auch bessere Ideen im Internet und auf Pinterest. Also schau gerne selber nochmal nach!

 

Tipp: haltet die Augen bei Flohmärkten auf, da gibt es oft unscheinbare, aber upcycelbare Sachen

 

Konsum kontrollieren

Zum Schluss will ich dir noch ein paar Tipps auf den Weg geben, mit denen du klimafreundlicher einkaufst.

 

  1. Einkaufszettel (kaufe nur was du wirklich brauchst)

  2. Too Good To Go (rette Lebensmittel, oft sogar in ländlichen Regionen)

  3. Qualität über Quantität (verschwende kein Geld & keine Rohstoffe)

  4. Reste einpacken lassen

  5. Bibliothek oder E-Book statt Bücher (E-Books kosten meist etwa 100€, sparen aber vieeel Papier und digitale Bücher sind meistens 5€ billiger. Also sparst du ab 21 Büchern schon Geld)

  6. Tritt einer Challenge bei und fordere dich selbst beim Sparen und recyceln heraus!

 

FAZIT

Wir lieben Recyceln und trennen ab heute sogar die Pappe vom Joghurtbecher ab!

Aus alten Sachen kann jeder was Neues zaubern!

 Fang am besten heute an!

 

Als Nächstes: klimafreundlicher im Alltag

 

 

Folg uns auf TikTok: @wir_klimawandler

 

Vielen Dank <3 wir sehen uns nächste Woche

 

 

 

 

 

 
 

Für indigene Völker ist Naturschutz nicht nur ein Wort. Die Verteidigung der Natur ist gleichzeitig die Verteidigung ihrer eigenen Existenz. Sie sind es, die an vorderster Front die industrielle Ausbeutung der Natur miterleben und die Natur aufs Schärfste verteidigen - notfalls auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens.


Es ist ein sehr ungleicher Kampf zwischen milliardenschweren Großkonzernen und mittellosen, diskriminierten indigenen Gruppierungen. Es ist ein Kampf wie zwischen David und Goliath. Doch das ist kein Grund für die indigenen Naturschützer aufzugeben.


Der folgende offene Brief indigener Frauen aus dem Amazonas hat uns "Klimawandler" erreicht. In Absprache mit ihnen haben wir ihn auf deutsch übersetzt und teilen in tiefer Solidarität diesen Hilfeschrei mit der Welt.


Der Amazonas ist ein einzigartiges Ökosystem, das für uns alle weltweit eine immense ökologische Bedeutung hat. Am besten können wir dieses wertvolle Ökosystem schützen, indem wir uns an die Seite derjenigen stellen, die ihn nach allen Kräften vor Ort verteidigen - nämlich die ursprünglichen Bewohner des Amazonas.



BEWEGUNG INDIGENER FRAUEN DES MITTLEREN XINGU

Volta Grande do Xingu, brasilianischer Amazonas – Juni 2026


OFFENER BRIEF AN DIE WELT


An die Welt, an die Völker und an die Organisationen für Menschenrechte


Wir sind die indigenen Frauen des Mittleren Xingu. Wir sprechen im Namen der Völker Juruna (Yudjá), Arara, Xikrin, Xipaya, Curuaya sowie vieler weiterer Indigener, die an den Ufern des Xingu-Flusses im Herzen des brasilianischen Amazonas, im Bundesstaat Pará, leben. Wir sind diejenigen, die sich um unsere Kinder, unsere Nahrung, unser Wasser und um das Leben selbst kümmern. Deshalb sind wir auch die Ersten, die spüren, wenn das Leben bedroht ist. Und genau das ist heute der Fall.


Wir schreiben diesen Brief, weil wir angesichts des Vorgehens des kanadischen Unternehmens Belo Sun Mining Corp. nicht länger schweigen. Das Unternehmen will in der Volta Grande do Xingu die größte Gold-Tagebaumine Brasiliens errichten – das sogenannte „Projekt Volta Grande“. Wir haben bereits erlebt, welche Zerstörung unserem Fluss zugefügt wurde. Der Belo-Monte-Staudamm hat der Volta Grande das Wasser entzogen, Fische getötet, Familien krank gemacht und den natürlichen Wasserkreislauf zerstört, von dem wir abhängig sind. Nun soll uns eine zweite, noch größere Katastrophe aufgezwungen werden.


Wir prangern die Handlungen von Belo Sun gegen unsere Völker an:

  • Die Mine ist ein Projekt des Todes. Geplant ist der Aushub von Hunderten Millionen Tonnen Erdreich, der Einsatz von Zyanid sowie der Bau eines giftigen Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle mit einem Fassungsvermögen von mehreren Dutzend Millionen Kubikmetern toxischen Schlamms – weniger als zwei Kilometer vom Xingu-Fluss entfernt. Sollte dieses Rückhaltebecken brechen, wie es in Mariana und Brumadinho geschehen ist, wäre dies das Ende des Flusses und der Völker, die von ihm leben.

  • Es hat niemals eine echte Konsultation gegeben. Das Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), das Brasilien ratifiziert hat, garantiert unser Recht auf eine vorherige, freie und informierte Konsultation. Das Unternehmen behauptet, uns konsultiert zu haben. Das ist eine Lüge. Im Dezember 2025 erklärten zehn Vereinigungen der Juruna- und Arara-Völker auf einer Versammlung, dass die angebliche Konsultation ungültig sei, und beendeten jeglichen Dialog mit dem Unternehmen. Völker wie die Xikrin wurden aus dem Verfahren schlicht ausgeschlossen aufgrund einer willkürlich gezogenen Grenze, die uns unsichtbar machen sollte.

  • Das Unternehmen versucht, uns zu spalten. Nachdem wir gemeinsam beschlossen hatten, Nein zu sagen, suchten Vertreter von Belo Sun einzelne Führungspersönlichkeiten in nichtöffentlichen Treffen auf, um die gemeinsam getroffene Entscheidung rückgängig zu machen. Damit missachten sie unsere Lebensweise, in der über die Zukunft unseres Territoriums gemeinschaftlich entschieden wird und nicht nach den Vorstellungen einzelner Personen.

  • Das Unternehmen setzt auf Angst und Gewalt. Wir haben bereits die Präsenz bewaffneter Sicherheitskräfte angezeigt, die von der Bergbaugesellschaft beauftragt wurden, ebenso wie Gerichtsverfahren und Drohungen gegen diejenigen, die den Fluss und den Wald verteidigen.

  • Wir bezahlen unseren Widerstand mit unseren Körpern. Über mehr als einen Monat hinweg besetzten wir den Sitz der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI) in Altamira. Wir schliefen in Zelten, wuschen uns im Fluss, und unsere Kinder erkrankten an Denguefieber, Fieber und Infektionen; einige mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wir verließen unsere Dörfer - manche von uns legten Hunderte Kilometer zurück - denn wenn indigene Frauen ihre Heimat verlassen, um ihre Stimme zu erheben, dann deshalb, weil das Leben unmittelbar bedroht ist.


Wir kritisieren das Gerichtsverfahren unter der Leitung des Richters Flávio Jardim vom Regionalen Bundesgericht der 1. Region (TRF1):


Die Genehmigung für die Errichtung der Belo-Sun-Mine war durch gerichtliche Entscheidung fast neun Jahre lang ausgesetzt, eben weil die vorgeschriebene Konsultation der indigenen Völker nicht durchgeführt worden war und belastbare fachliche Studien fehlten. Im Februar 2026 hob Richter Flávio Jardim diese Schutzmaßnahme jedoch durch eine Einzelentscheidung (monokratische Entscheidung) auf und setzte die Genehmigung wieder in Kraft. Damit setzte er sich über die ablehnenden fachlichen Stellungnahmen der FUNAI sowie über die vom Bundesministerium (Ministério Público Federal – MPF) aufgezeigten offenen rechtlichen und sachlichen Fragen hinweg.


Wir weisen außerdem darauf hin, dass der Berichterstatter den Fall nicht von der zuständigen Spruchkammer über die eingelegten Rechtsmittel entscheiden ließ, sondern ihn zu einer Schlichtungsverhandlung verwies, die keine der Verfahrensparteien beantragt hatte, ohne seine vorherige Entscheidung auszusetzen. Das Bundesministerium (MPF) warf dem Richter öffentlich vor, mit diesem Vorgehen eine Entscheidung abzusichern, die das MPF als „offensichtlich rechtswidrig“ einstuft. Dadurch werde das eigentliche Urteil hinausgezögert und Zeit zugunsten des Unternehmens gewonnen. Über eine Konsultation, die niemals stattgefunden hat, kann nicht verhandelt werden. Unser Existenzrecht ist nicht verhandelbar.


Ein Gericht, das auf seiner Internetseite den Leitspruch „Gericht der Nachhaltigkeit“ führt, darf unseren Fluss nicht einer Goldmine ausliefern, ohne uns anzuhören. Die für Juni 2026 angesetzte Schlichtungsverhandlung darf nicht dazu missbraucht werden, auf unsere Kosten einen Vergleich zu erzwingen.


Deshalb fordern wir:

  1. Die sofortige Aussetzung der Genehmigung für die Errichtung der Mine sowie sämtlicher Bauarbeiten von Belo Sun in der Volta Grande do Xingu.

  2. Die Achtung unseres Rechts auf eine vorherige, freie und informierte Konsultation, die nach unseren eigenen Protokollen und unter Beteiligung aller betroffenen Völker durchgeführt wird - einschließlich der Xikrin sowie der Indigenen, die außerhalb der offiziell abgegrenzten indigenen Schutzgebiete leben.

  3. Ein Ende des Drucks, der Einschüchterungen und der Versuche, unsere Gemeinschaften zu spalten.

  4. Dass das Genehmigungsverfahren mit der gesetzlich gebotenen fachlichen Sorgfalt behandelt wird und dabei die kumulativen Auswirkungen des Belo-Monte-Staudamms und des Bergbauprojekts gemeinsam bewertet werden.

  5. Dass die Justiz in der Sache selbst entscheidet und unser Recht nicht länger durch Verfahrensmanöver hinauszögert, die allein den Interessen des Unternehmens dienen.


An die Welt:

Wir bitten euch, auf die Volta Grande do Xingu zu schauen. Wir rufen die Völker, die Regierungen, die Kirchen, die Wissenschaft, die sozialen Bewegungen und die internationalen Menschenrechtsorganisationen zur Solidarität auf.


Das Gold, das sie hier gewinnen wollen, wird ins Ausland gebracht. Die Zerstörung aber bleibt bei uns. Das werden wir nicht akzeptieren.


Belo Sun - raus aus der Volta Grande! Der Xingu ist Leben, und unser Leben steht nicht zum Verkauf.


Bewegung Indigener Frauen des Mittleren Xingu

Volta Grande do Xingu, 24. Juni 2026




Infografik zu Stimmmen vom Xingi: Der Kampf gegen das "Projekt des Todes"
KI-generierte Infografik zum Inhalt des offenen Briefs

 
 
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von sereia Naturspiritualität

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