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Wusstest du, dass in Deutschland 70% allen Mülls recycelt wird? Aber wie funktioniert Recycling überhaupt und wie viel bringt es wirklich? Was ist Upcycling und wie mach ich das? All das klären wir heute zusammen.

 

Wie funktioniert Recycling?

Wenn du deinen Müll richtig trennst, dann hast du schon fast recycelt. Du lässt ihn von der Müllabfuhr abholen und die übernehmen dann den Rest. Zuerst wird alles Zerkleinert. Wichtig ist, dass wirklich nur eine Art von Rohstoff verarbeitet wird. Also ja, wir müssen auch die Pappe vom Joghurtbecher abtrennen. Nachdem alles eine Rohstoffpampe ist, kann es eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden. Dieses Prinzip wiederholt sich je nach Stoff immer wieder.

 

Bringt Recyceln wirklich was?

Die einfache Antwort ist: Ja! Da die Rohstoffe nicht immer wieder neu abgebaut und importiert  werden müssen, spart man, je nachdem was recycelt wird, 60-70% der Energie. Bei Metall sind es sogar 95%. Es macht also einen großen Unterschied, wie oft wir Dinge wiederverwenden. Ich habe da zwar noch nie drauf geachtet, aber Produkte, die recycelbar sind, werden mit einem grünen Punkt gekennzeichnet.

Nicht recycelbare Produkte werden oft zu Heiz- und Stromzwecken verbrannt.

 

Kann man auch selber recyceln? 

Theoretisch schon, aber das überlässt man lieber den Profis. Was du aber tun kannst, ist Upcycling. Beim Upcycling macht man aus alten Sachen, die man nicht mehr braucht oder mag, Neue. Ich hab mir mal ein paar Beispiele rausgesucht, die ich euch gerne vorstellen will.

 

Ideen für Näher: 

 

●       Taschen aus Hosen oder T-Shirts nähen

●       Hosen mit anderen Stoffen verlängern und besonders machen

●       Decken aus Jeansstoff

●       Das versteckte Potenzial aus Tops und T-Shirts holen, indem Du den Schnitt veränderst

●       Kleidung die du nicht mehr magst, kannst du besticken und sie so neu aufpeppen

 

Ideen für Nicht-Näher

 

●       (Bemalte) Gläser zum Einwecken, als Vase oder hängenden Blumentopf verwenden.

●       Pinnwand aus Korken

●       T-Shirts nur durch Schneiden verändern

●       Dosen bemalen und als Stifte- oder Kerzenhalter verwenden

●       Aus Obstkisten Möbel bauen (Katzenbett, Regal,Schränke…)

●       Mosaik auf langweilige Möbel klatschen

 

Es gibt auch noch so viel mehr und vielleicht auch bessere Ideen im Internet und auf Pinterest. Also schau gerne selber nochmal nach!

 

Tipp: haltet die Augen bei Flohmärkten auf, da gibt es oft unscheinbare, aber upcycelbare Sachen

 

Konsum kontrollieren

Zum Schluss will ich dir noch ein paar Tipps auf den Weg geben, mit denen du klimafreundlicher einkaufst.

 

  1. Einkaufszettel (kaufe nur was du wirklich brauchst)

  2. Too Good To Go (rette Lebensmittel, oft sogar in ländlichen Regionen)

  3. Qualität über Quantität (verschwende kein Geld & keine Rohstoffe)

  4. Reste einpacken lassen

  5. Bibliothek oder E-Book statt Bücher (E-Books kosten meist etwa 100€, sparen aber vieeel Papier und digitale Bücher sind meistens 5€ billiger. Also sparst du ab 21 Büchern schon Geld)

  6. Tritt einer Challenge bei und fordere dich selbst beim Sparen und recyceln heraus!

 

FAZIT

Wir lieben Recyceln und trennen ab heute sogar die Pappe vom Joghurtbecher ab!

Aus alten Sachen kann jeder was Neues zaubern!

 Fang am besten heute an!

 

Als Nächstes: klimafreundlicher im Alltag

 

 

Folg uns auf TikTok: @wir_klimawandler

 

Vielen Dank <3 wir sehen uns nächste Woche

 

 

 

 

 

 
 

Für indigene Völker ist Naturschutz nicht nur ein Wort. Die Verteidigung der Natur ist gleichzeitig die Verteidigung ihrer eigenen Existenz. Sie sind es, die an vorderster Front die industrielle Ausbeutung der Natur miterleben und die Natur aufs Schärfste verteidigen - notfalls auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens.


Es ist ein sehr ungleicher Kampf zwischen milliardenschweren Großkonzernen und mittellosen, diskriminierten indigenen Gruppierungen. Es ist ein Kampf wie zwischen David und Goliath. Doch das ist kein Grund für die indigenen Naturschützer aufzugeben.


Der folgende offene Brief indigener Frauen aus dem Amazonas hat uns "Klimawandler" erreicht. In Absprache mit ihnen haben wir ihn auf deutsch übersetzt und teilen in tiefer Solidarität diesen Hilfeschrei mit der Welt.


Der Amazonas ist ein einzigartiges Ökosystem, das für uns alle weltweit eine immense ökologische Bedeutung hat. Am besten können wir dieses wertvolle Ökosystem schützen, indem wir uns an die Seite derjenigen stellen, die ihn nach allen Kräften vor Ort verteidigen - nämlich die ursprünglichen Bewohner des Amazonas.



BEWEGUNG INDIGENER FRAUEN DES MITTLEREN XINGU

Volta Grande do Xingu, brasilianischer Amazonas – Juni 2026


OFFENER BRIEF AN DIE WELT


An die Welt, an die Völker und an die Organisationen für Menschenrechte


Wir sind die indigenen Frauen des Mittleren Xingu. Wir sprechen im Namen der Völker Juruna (Yudjá), Arara, Xikrin, Xipaya, Curuaya sowie vieler weiterer Indigener, die an den Ufern des Xingu-Flusses im Herzen des brasilianischen Amazonas, im Bundesstaat Pará, leben. Wir sind diejenigen, die sich um unsere Kinder, unsere Nahrung, unser Wasser und um das Leben selbst kümmern. Deshalb sind wir auch die Ersten, die spüren, wenn das Leben bedroht ist. Und genau das ist heute der Fall.


Wir schreiben diesen Brief, weil wir angesichts des Vorgehens des kanadischen Unternehmens Belo Sun Mining Corp. nicht länger schweigen. Das Unternehmen will in der Volta Grande do Xingu die größte Gold-Tagebaumine Brasiliens errichten – das sogenannte „Projekt Volta Grande“. Wir haben bereits erlebt, welche Zerstörung unserem Fluss zugefügt wurde. Der Belo-Monte-Staudamm hat der Volta Grande das Wasser entzogen, Fische getötet, Familien krank gemacht und den natürlichen Wasserkreislauf zerstört, von dem wir abhängig sind. Nun soll uns eine zweite, noch größere Katastrophe aufgezwungen werden.


Wir prangern die Handlungen von Belo Sun gegen unsere Völker an:

  • Die Mine ist ein Projekt des Todes. Geplant ist der Aushub von Hunderten Millionen Tonnen Erdreich, der Einsatz von Zyanid sowie der Bau eines giftigen Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle mit einem Fassungsvermögen von mehreren Dutzend Millionen Kubikmetern toxischen Schlamms – weniger als zwei Kilometer vom Xingu-Fluss entfernt. Sollte dieses Rückhaltebecken brechen, wie es in Mariana und Brumadinho geschehen ist, wäre dies das Ende des Flusses und der Völker, die von ihm leben.

  • Es hat niemals eine echte Konsultation gegeben. Das Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), das Brasilien ratifiziert hat, garantiert unser Recht auf eine vorherige, freie und informierte Konsultation. Das Unternehmen behauptet, uns konsultiert zu haben. Das ist eine Lüge. Im Dezember 2025 erklärten zehn Vereinigungen der Juruna- und Arara-Völker auf einer Versammlung, dass die angebliche Konsultation ungültig sei, und beendeten jeglichen Dialog mit dem Unternehmen. Völker wie die Xikrin wurden aus dem Verfahren schlicht ausgeschlossen aufgrund einer willkürlich gezogenen Grenze, die uns unsichtbar machen sollte.

  • Das Unternehmen versucht, uns zu spalten. Nachdem wir gemeinsam beschlossen hatten, Nein zu sagen, suchten Vertreter von Belo Sun einzelne Führungspersönlichkeiten in nichtöffentlichen Treffen auf, um die gemeinsam getroffene Entscheidung rückgängig zu machen. Damit missachten sie unsere Lebensweise, in der über die Zukunft unseres Territoriums gemeinschaftlich entschieden wird und nicht nach den Vorstellungen einzelner Personen.

  • Das Unternehmen setzt auf Angst und Gewalt. Wir haben bereits die Präsenz bewaffneter Sicherheitskräfte angezeigt, die von der Bergbaugesellschaft beauftragt wurden, ebenso wie Gerichtsverfahren und Drohungen gegen diejenigen, die den Fluss und den Wald verteidigen.

  • Wir bezahlen unseren Widerstand mit unseren Körpern. Über mehr als einen Monat hinweg besetzten wir den Sitz der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI) in Altamira. Wir schliefen in Zelten, wuschen uns im Fluss, und unsere Kinder erkrankten an Denguefieber, Fieber und Infektionen; einige mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wir verließen unsere Dörfer - manche von uns legten Hunderte Kilometer zurück - denn wenn indigene Frauen ihre Heimat verlassen, um ihre Stimme zu erheben, dann deshalb, weil das Leben unmittelbar bedroht ist.


Wir kritisieren das Gerichtsverfahren unter der Leitung des Richters Flávio Jardim vom Regionalen Bundesgericht der 1. Region (TRF1):


Die Genehmigung für die Errichtung der Belo-Sun-Mine war durch gerichtliche Entscheidung fast neun Jahre lang ausgesetzt, eben weil die vorgeschriebene Konsultation der indigenen Völker nicht durchgeführt worden war und belastbare fachliche Studien fehlten. Im Februar 2026 hob Richter Flávio Jardim diese Schutzmaßnahme jedoch durch eine Einzelentscheidung (monokratische Entscheidung) auf und setzte die Genehmigung wieder in Kraft. Damit setzte er sich über die ablehnenden fachlichen Stellungnahmen der FUNAI sowie über die vom Bundesministerium (Ministério Público Federal – MPF) aufgezeigten offenen rechtlichen und sachlichen Fragen hinweg.


Wir weisen außerdem darauf hin, dass der Berichterstatter den Fall nicht von der zuständigen Spruchkammer über die eingelegten Rechtsmittel entscheiden ließ, sondern ihn zu einer Schlichtungsverhandlung verwies, die keine der Verfahrensparteien beantragt hatte, ohne seine vorherige Entscheidung auszusetzen. Das Bundesministerium (MPF) warf dem Richter öffentlich vor, mit diesem Vorgehen eine Entscheidung abzusichern, die das MPF als „offensichtlich rechtswidrig“ einstuft. Dadurch werde das eigentliche Urteil hinausgezögert und Zeit zugunsten des Unternehmens gewonnen. Über eine Konsultation, die niemals stattgefunden hat, kann nicht verhandelt werden. Unser Existenzrecht ist nicht verhandelbar.


Ein Gericht, das auf seiner Internetseite den Leitspruch „Gericht der Nachhaltigkeit“ führt, darf unseren Fluss nicht einer Goldmine ausliefern, ohne uns anzuhören. Die für Juni 2026 angesetzte Schlichtungsverhandlung darf nicht dazu missbraucht werden, auf unsere Kosten einen Vergleich zu erzwingen.


Deshalb fordern wir:

  1. Die sofortige Aussetzung der Genehmigung für die Errichtung der Mine sowie sämtlicher Bauarbeiten von Belo Sun in der Volta Grande do Xingu.

  2. Die Achtung unseres Rechts auf eine vorherige, freie und informierte Konsultation, die nach unseren eigenen Protokollen und unter Beteiligung aller betroffenen Völker durchgeführt wird - einschließlich der Xikrin sowie der Indigenen, die außerhalb der offiziell abgegrenzten indigenen Schutzgebiete leben.

  3. Ein Ende des Drucks, der Einschüchterungen und der Versuche, unsere Gemeinschaften zu spalten.

  4. Dass das Genehmigungsverfahren mit der gesetzlich gebotenen fachlichen Sorgfalt behandelt wird und dabei die kumulativen Auswirkungen des Belo-Monte-Staudamms und des Bergbauprojekts gemeinsam bewertet werden.

  5. Dass die Justiz in der Sache selbst entscheidet und unser Recht nicht länger durch Verfahrensmanöver hinauszögert, die allein den Interessen des Unternehmens dienen.


An die Welt:

Wir bitten euch, auf die Volta Grande do Xingu zu schauen. Wir rufen die Völker, die Regierungen, die Kirchen, die Wissenschaft, die sozialen Bewegungen und die internationalen Menschenrechtsorganisationen zur Solidarität auf.


Das Gold, das sie hier gewinnen wollen, wird ins Ausland gebracht. Die Zerstörung aber bleibt bei uns. Das werden wir nicht akzeptieren.


Belo Sun - raus aus der Volta Grande! Der Xingu ist Leben, und unser Leben steht nicht zum Verkauf.


Bewegung Indigener Frauen des Mittleren Xingu

Volta Grande do Xingu, 24. Juni 2026




Infografik zu Stimmmen vom Xingi: Der Kampf gegen das "Projekt des Todes"
KI-generierte Infografik zum Inhalt des offenen Briefs

 
 

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, denken viele zuerst an erneuerbare Energien, politische Maßnahmen oder technologische Innovationen. Doch eine oft übersehene Antwort auf die Klimakrise liegt in jahrtausendealtem Wissen: bei den indigenen Völkern.


Aber wer sind indigene Völker eigentlich? Und warum spielen sie eine so wichtige Rolle, wenn es um den Schutz von Natur, Biodiversität und Klima geht?


Indigene Völker einfach erklärt


Indigene Völker – oft auch als Ureinwohnerinnen und Ureinwohner oder als Indigenous Peoples bezeichnet – sind Gemeinschaften, die seit vielen Generationen in bestimmten Regionen leben und dort eine eigene kulturelle, soziale, sprachliche und politische Identität entwickelt haben. Dabei ist wichtig: Es gibt nicht die indigenen Völker als einheitliche Gruppe. Ihre Kulturen, Sprachen, Lebensweisen und Geschichten sind dafür viel zu vielfältig.


Was indigene Gemeinschaften jedoch weltweit oft verbindet, ist die enge Beziehung zu ihrem Land, ihr über Generationen weitergegebenes Wissen und die zentrale Bedeutung von Traditionen für das Leben in ihrer jeweiligen Umgebung. Dieses Wissen ist nicht abstrakt, sondern ganz praktisch: Es hilft dabei, in oft sehr unterschiedlichen und mitunter extremen Lebensräumen dauerhaft zu überleben und nachhaltig zu wirtschaften.


Ein Beispiel sind die Inuit in arktischen Regionen wie Grönland. Dort zu leben erfordert tiefes Wissen über Klima, Tiere, Naturzyklen und das richtige Verhalten in einer extremen Umgebung. Dieses Wissen ist nicht einfach theoretisch erlernt, sondern eng mit dem Alltag, der Kultur und der Geschichte einer Gemeinschaft verbunden.


Leben in enger Verbindung mit der Natur


Indigene Völker verstehen sich in vielen Fällen nicht als getrennt von der Natur, sondern als Teil von ihr. Diese Sichtweise unterscheidet sich stark von modernen Gesellschaften, in denen Natur häufig als Ressource betrachtet wird, die man nutzen, kontrollieren oder ausbeuten kann.


Für indigene Gemeinschaften ist das Land weit mehr als ein geografischer Ort. Es ist Lebensgrundlage, Identität, Erinnerung, Verantwortung und Zukunft zugleich. Wenn es dem Land schlecht geht, geht es auch den Menschen schlecht. Wenn es regeneriert und gesund bleibt, profitieren Gemeinschaft und Umwelt gemeinsam.


Diese enge Verbindung zeigt sich auch im Umgang mit Pflanzen, Tieren und natürlichen Kreisläufen. Indigene Gemeinschaften beobachten ihre Umgebung oft sehr genau und passen ihre Lebensweise an die jeweiligen ökologischen Bedingungen an. So entstehen Formen des Wissens und der Fürsorge, die über Generationen gewachsen sind und in vielen Fällen besonders nachhaltig sind.


Warum ihr Wissen so wertvoll ist


Indigene Völker verfügen häufig über ein tiefes, ortsgebundenes Wissen über ihre jeweiligen Ökosysteme. Sie wissen, wie Böden, Wasserläufe, Wälder, Tierarten und Jahreszeiten miteinander zusammenhängen und wie man mit natürlichen Ressourcen so umgeht, dass sie auch für kommende Generationen erhalten bleiben.


Gerade in Zeiten von Klimakrise und Artensterben wird immer deutlicher, wie wichtig dieses Wissen ist. Weltweit wird zunehmend anerkannt, dass indigene Gemeinschaften eine zentrale Rolle beim Schutz von Landschaften, Wäldern und anderen sensiblen Lebensräumen spielen. Dort, wo indigene Rechte respektiert und Territorien selbstbestimmt verwaltet werden, sind Natur und Biodiversität oft besser geschützt.


Das liegt nicht daran, dass indigene Menschen „automatisch“ bessere Umweltschützerinnen und Umweltschützer wären, sondern daran, dass ihre Wissenssysteme, ihre Beziehung zum Land und ihre langfristige Perspektive besonders eng mit dem Erhalt der Lebensgrundlagen verbunden sind. Ihr Wissen ist damit ein wichtiger Bestandteil echter Klimaschutzlösungen.


Kolonialismus und seine Folgen


So wichtig indigene Perspektiven sind, so stark wurden sie historisch und bis heute unterdrückt. Kolonialismus hat indigene Gemeinschaften weltweit in ihrer Existenz, ihren Rechten, ihren Sprachen und ihren kulturellen Praktiken massiv beeinträchtigt. Viele wurden von ihrem Land verdrängt, von politischen Entscheidungen ausgeschlossen oder durch Gewalt, Missionierung und Zwangsassimilation tief verletzt.


Die Folgen dieser Geschichte wirken bis heute nach. Dazu gehören unter anderem der Verlust von Land, der Rückgang von Sprachen, die Schwächung sozialer Strukturen und anhaltende Diskriminierung. Auch der heutige Klimawandel trifft indigene Gemeinschaften oft besonders stark, obwohl sie selbst in vielen Fällen nur einen sehr geringen Anteil an seiner Verursachung haben.


Es ist deshalb wichtig, nicht nur über indigene Völker zu sprechen, sondern ihre Rechte, Perspektiven und Selbstbestimmung ernst zu nehmen. Denn Klimagerechtigkeit ist ohne die Rechte indigener Völker nicht denkbar.


Vielfalt statt Schubladen


Wer sich mit indigenen Völkern beschäftigt, sollte vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein. Denn es gibt nicht eine einheitliche indigene Kultur, nicht eine indigenie Lebensweise und nicht eine gemeinsame politische Realität. Die Unterschiede zwischen einzelnen Gemeinschaften sind groß – je nach Region, Geschichte, Sprache, kolonialer Erfahrung und heutiger Lebenssituation.


Gleichzeitig gibt es kulturübergreifende Gemeinsamkeiten: die enge Beziehung zum Land, die Bedeutung von Gemeinschaft, die Weitergabe von Wissen über Generationen hinweg und der Wunsch nach kultureller Selbstbestimmung. Diese Gemeinsamkeiten verbinden viele indigene Völker weltweit, ohne ihre Vielfalt zu leugnen.


Genau diese Vielfalt macht indigene Perspektiven so wertvoll. Denn sie zeigen, dass es nicht nur einen Weg gibt, in und mit der Natur zu leben.


Indigene Völker und Klimaschutz


In der öffentlichen Debatte werden indigene Völker zunehmend als wichtige Akteure im Klimaschutz wahrgenommen. Das ist richtig – aber es reicht nicht, sie nur als „Inspirationsquelle“ zu betrachten. Entscheidend ist, ihnen Raum, Rechte und echte Mitbestimmung zu geben.


Wo indigene Gemeinschaften über ihre Gebiete selbstbestimmt entscheiden können, entstehen oft Wege, die sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig sind. Das betrifft den Schutz von Wäldern, Flüssen, Tieren und Böden ebenso wie den Erhalt von Kultur, Sprache und sozialem Zusammenhalt.


Indigene Völker sind daher nicht nur Teil der Klimadebatte. Sie gehören in ihren jeweiligen Regionen zu den wichtigsten Trägern von Wissen, Erfahrung und Verantwortung für die Zukunft.


Warum dieses Thema für uns alle wichtig ist


Die Klimakrise ist nicht nur ein technisches Problem. Sie ist auch eine Frage von Gerechtigkeit, Weltbildern und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Indigene Perspektiven erinnern uns daran, dass nachhaltiges Leben nicht neu erfunden werden muss – es ist in vielen Kulturen seit Langem gelebte Realität.


Wer indigene Völker ernst nimmt, erkennt an, dass Zukunft nicht gegen die Natur gestaltet werden kann, sondern nur mit ihr. Genau deshalb sind indigene Gemeinschaften für den globalen Wandel so bedeutsam.


Sie zeigen uns, dass Schutz, Würde, Verbundenheit und Nachhaltigkeit zusammengehören.


KI-generierte Infografik zum Blogbeitrag
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